17.04.2026
FEP: Iran-Krieg bremst zaghafte Erholung auf europäischem Parkettmarkt aus
Nachdem sich auf dem europäischen Parkettmarkt zu Beginn des Jahres leichte positive Tendenzen abzeichneten, mit einem moderaten Wachstum bei privaten Investitionen sowie den Bau- und Renovierungsaktivitäten, hat der Iran-Krieg für neue Unsicherheiten gesorgt und die zaghafte Erholung abrupt gestoppt. Die bereits hohen Energie- und Transportkosten verteuern sich weiter, damit steigt der Druck auf die Produktionskosten. Die Inflation nimmt wieder zu, ebenso die Preise für Rohstoffe wie Holz. Herausforderungen im Vertrieb und Druck auf die Margen belasten die Lieferkette zusätzlich. Die Folgen: Projekte werden verschoben oder neu kalkuliert, was den Parkettabsatz hemmt.
Aber: es gibt auch Faktoren, die der europäischen Parkettindustrie einen gewissen Ausgleich eröffnen könnten, wie die zunehmende Nachfrage nach energieeffizienten Gebäuden und rückläufige Parkettimporte aus Asien. Insgesamt ist die Branche derzeit dennoch von Vorsicht und nur mäßigen Perspektiven geprägt, da wirtschaftliche und geopolitische Unsicherheiten frühere Anzeichen einer allmählichen Markterholung überschatten.
In
Deutschland waren erste ermutigende Signale im Bauwesen zu beobachten, insbesondere in der Renovierung und Investitionen in Energieeffizienz, bis die Iran-Krise eine drastische Wende einleitete, die sich ab der zweiten Märzhälfte bemerkbar machte. Die Aussichten, dass die angestrebte Zahl der Neubauten in diesem Jahr erreicht wird, verschlechtern sich. Mit einer Wiederaufnahme der Bauaktivität wird nun erst für 2028 gerechnet, der nachgelagerte Parkettabsatz würde damit 2029 wieder anziehen.
Österreichs Parkettmarkt ist stabil, was den positiven Trend bei privaten Investitionen widerspiegelt. Aber die Rohstoffkosten (Fiche, Eiche) tendieren teurer und die Inflation liegt bei 3%.
In der
Schweiz sind im Gegensatz zu anderen europäischen Ländern die Inflation niedrig und Energie verhältnismäßig günstiger, was sich positiv auf Neubau und Renovierung auswirkt. Für das erste Quartal 2026 geht die FEP von einem Plus von 2 % aus.
Frankreich: Hier blieb der Parkettmarkt im ersten Quartal 2026 unverändert. Vor der Iran-Krise lag er leicht im Plus. Die Nachfrage aus dem DIY-Bereich ist weiter zurückgegangen und der Druck von chinesischem Importparkett unvermindert.
In
Italien war der Parkettabsatz im Januar schleppend, im Februar und März wies er leicht aufwärts - bis zur Irankrise. Unter dem Strich kann das erste Quartal 2026 gegenüber dem Vorjahr als stabil bezeichnet werden. Allerdings kommen nun auch Vertriebsprobleme, höhere Inflation und Energiepreise auf die italienische Parkettindustrie zu.
In
Spanien werden Renovierungen zurückgestellt, während die Inflation steigt. Das beeinflusst den bis dato stabilen Parkettmarkt negativ.
In
Skandinavien ist die Lage uneinheitlich. Am besten stellt sich der norwegische Markt dar. Auch in Schweden konnte man sich im ersten Quartal an einem Plus von 2 bis 3 % erfreuen, doch inzwischen ist diese positive Entwicklung durch die Iran-Krise zum Stillstand gekommen, was sich insbesondere an Investitionen in Neubauten zeigt. Auch Finnland verzeichnet einen stabilen bis positiven Absatz - bei hohen Energie-Kosten. Der dänische Markt hatte sich ebenfalls stabilisiert und wird nun Abwärtsdruck ausgesetzt. Insgesamt wurde für die nordischen Ländern für das erste Quartal ein kleiner Zuwachs von 3 % erwartet, der durch die geopolitischen Unsicherheit gefährdet wird.
Polen war einer der Märkte, der vor dem Iran-Krieg wieder aufwärts wiesen. Trotz des herausfordernden Umfeldes zeichnet sich hier ein leichter Aufschwung ab, getrieben durch die Renovierung und die beschleunigte Fertigstellung aktueller Projekte, um höhere Kosten in der Zukunft zu vermeiden.
In
Kroatien hat die starke Bautätigkeit, die bis 2027 weiter zunehmen soll, den Parkettabsatz nicht nur stabilisiert, sondern sogar zu einem leichten Wachstum beflügelt. Doch auch hier steigen die Kosten, etwa für Transport und Löhne. Der Druck auf die Verfügbarkeit von Rohstoffen hat etwas nachgelassen, wobei von dem neuen marktbasierten System für Holz keine wesentlichen Veränderungen erwartet werden.